Evang.-Luth. Kirchengemeinde Roßfeld-Rudelsdorf

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Er war bis März2016 unser Dorfältester

Werner Rottmann, geboren am 29.06.1920 in Roßfeld, verstorben am Sonntag 13.03.2016 im Seniorenheim Löwenquell

Als ich die Bilder der Margarethenkärmeß angeschaut habe, da ist mir das Bild vom Werner so ins Auge und ins Herz regelrecht geschossen, dass ich mich aufs Rad gesetzt habe um ihn ganz spontan zu besuchen. Angetroffen habe ich ihn im Kreis seiner Familie beim Abendbrot. Für ein Interview war der Werner sofort freudig zu haben. Im Wohnzimmer hat er dann erzählt von seinem Leben. 91 Jahre gefüllt, dass ich dachte schreib ganz schnell und merk dir so viel es nur geht.

Es war spannend und wunderbar diesem Mann, mit seinen blauen Augen, die immer noch frisch und fröhlich ins Leben blicken zu lauschen.

1945 bin ich aus der Gefangenschaft von Bad Kreuznach mit 96 Pfund die ich noch gewogen habe nach Hause gekommen. Mit dem Zug nach Erfurt, von da mit einem Auto nach Hildburghausen, dann bin ich gelaufen. Ein Ami hat gehalten und mich mit dem Auto bis nach Adelhausen gefahren, er hat mir Schokolade und Zigaretten geschenkt. Das letzte Stück bin ich wieder gelaufen, auf einem Feld habe ich den Oppels Hermann getroffen, es war gerade Heuernte und er sagte: „Dei Vater kümmt a gleich!“ Da kam mein Vater mit dam Gabelwender und ich ho na ausgebremst und gsocht: „Steich o, ich mach weitar!“ Dar hat mich net erkennt und gefrächt: „War bist du denn?“ Ich ho gsocht:“Dar Werner, erkennsta mich wohl nimmar?“ Haja, ich ho nimmar su ausgsahn wie ich fort bin. Dann kam a noch die Mutter und die hat mich a net erkennt. Ich ho sa öller hemschickt und gsocht dös ich die Erbert fertich mach.

1945 hat er geheiratet, die Herta Rottmann geb. Christ aus Gauerstadt. Aufn Tanzboden haben die beiden sich kennen gelernt. Die „Rosi Band“ hat gespielt. Damalige Besetzung: Paul Müller, Hermann Albrecht, Werner Treuter und Walter Machold.

Der Pfarrer Brendel hat uns getraut, hier in der Margarethenkirche in Roßfeld.

Zwei Kinder hat er aus dieser Ehe, die Annelie und den Enno.

Meine Frage an Werner, was sein schönstes Jugenderlebnis war?

Ich hab mir mit einem Freund, dem Erich Sorns ein Motorrad ausgeliehen, eine 200 Triumph und wir sind nach Coburg gefahrn, da fand eine Vereinigung statt. Wir mussten aber um 13 Uhr wieder in Roßfeld sein, da war Turnfest, 7 Kampf. Des blöde war in Schweighof is uns des Benzin ausgegangen und mir musstn des Motorrad schieb. Kurz vor eins warn wir an der Kegelbahn und ham nix gassn koht. Aber dann 2. Preis ho ich gemacht und abends war bei Günzels die Ehrung und ich ho dann Silberkranz gegricht.

Meine Frage an Werner ob er gefühlt hat, dass er nach der Kriegsgefangenschaft wieder die Heimat sieht: „Ja, das habe ich gefühlt!“

Als ich ihn fragte, ob es ein Gedicht, Lied oder Zitat gäbe, was ihn sein ganzes Leben begleitete, da zitierte er folgendes:

„In dem Land der Mostgewitter, wo der Wodka schmeckt so bitter, wo die Kirchen sind so selten, und die Rubel nichts mehr gelten, wo der Bauer nichts mehr hat,Moskau ist die größte Stadt, wo ein die Wanderlust vergeht, weil das Land so weit und öd, wo ich Flöh und Läuse fang, bin ich schon vier Jahre lang.“

Das haben die Kameraden und ich in Rußland gedichtet.

Ich sage: „Von Herzen Danke, lieber Werner für diesen kostbaren Beitrag!“

 

Jahreslosung 2017

Gott spricht: ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch (Ezechiel 36,26)

OKTOBER

Kirchweihsonntag 15.10. Gottesdienst in der Margarethenkirche 10 Uhr mit Pfr.Dr.Christian Frühwald


 


 

 

 

 



 

 


 

 

 

 

 




 

 


 

 

 

 

 

 




 

 

 

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